Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) in Niedersachsen

Was ist ILE? ILE steht für Integrierte Ländliche Entwicklung und ist ein Förderprogramm des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

In Niedersachsen ist ILE – wie auch LEADER – im Zeitraum 2014-2020/23 Bestandteil des Programms zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum (PFEIL).

Ziel von ILE ist das gemeinsame Handeln von regionalen Akteuren zur Stärkung ländlicher Räume. ILE ist damit ein Förderinstrument, das die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort in Form des sogenannten "Bottom up-Prinzips" unterstützt.

ILE-Förderthemen

Ein ILE-Projekt ist förderfähig, wenn es bestimmte Bewertungskriterien erfüllt (siehe Downloadbereich) und Themen verfolgt. Die Förderthemen von ILE sind in der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE) verfasst. Besondere Relevanz für die Region Moorexpress-Stader Geest haben die Fördertatbestände Basisdienstleistungen, Ländlicher Tourismus und Kulturerbe sowie Dorferneuerung.

Basisdienstleistung

Gefördert werden z. B. Dorf - & Nachbarschaftsläden, barrierefreie Nah- & Grundversorgungseinrichtungen mit Einzelhandel, ärztlicher Versorgung, Seniorenbetreuung, Apotheke und Post, Einrichtungen für Kinder, Jugendliche oder Senioren (z. B. Dorfgemeinschaftshaus, Mehrgenerationenhaus), Ländliche Dienstleistungsagenturen (z. B. Dorfhelferservice, Sozialstation), Mobilitätsdienstleistungen (z. B. Mitfahrzentralen, CarSharing) und Vorarbeiten (z. B. Analysen, Erhebungen, Untersuchungen).

Ländlicher Tourismus

Ziele sind z. B. die Vernetzung touristischer Einrichtungen sowie die Schaffung touristischer Angebote zur Attraktivitätssteigerung der Region.

Gefördert werden z. B. kleine Basis- und Attraktivitätsinfrastrukturen sowie Freizeitinfrastrukturen mit lokalem oder regionalem Bezug, Hinweis- und Erläuterungstafeln für interessante Sehenswürdigkeiten, Ausschilderung von Wegen, Informationsstellen lokaler oder regionaler Tourismusorganisationen, Publikationsaktivitäten (Messen, Herstellung von Informationsmaterial) sowie Vorarbeiten usw.

Kulturerbe

Ziel ist es, das ländliches Kulturerbe zu erhalten und die Sicherung sowie Schaffung von Nutzungsmöglichkeiten wertvoller historischer Bausubstanz zu unterstützen.

Gefördert werden z. B. denkmalgeschützte Bausubstanzen, Informationseinrichtungen über Tradition und Belange des ländlichen Arbeitens und Lebens, Heimathäuser und typische Dorftreffpunkte, historische Gartenanlagen und Kulturlandschaften sowie Studien zum Erhalt und zur Wiederherstellung des Kulturerbes.

Dorfentwicklung

Ziel ist die Erhaltung und Gestaltung des ländlichen Charakters; außerdem die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum.

Gefördert werden z. B.

  • Verbesserungen von innerörtlichen Verkehrsverhältnissen, Aufenthaltsqualitäten und Dorfplätzen,
  • Maßnahmen der Hochwasserabwehr,
  • die Wiederherstellung und Umgestaltung innerörtlicher und landschaftstypischer Gewässer,
  • die Erhaltung und Gestaltung ortsbildprägender und landschaftstypischer ländlicher oder land- und forstwirtschaftlich genutzter Bausubstanzen sowie
  • Umnutzungen dieser Bausubstanzen für Wohn-, Arbeits-, Fremdenverkehrs-, Freizeit-, öffentliche oder gemeinschaftliche Zwecke,
  • der Neu-, Aus- und Umbau ländlicher Dienstleistungseinrichtungen,
  • u. U. der Erwerb von Grundstücken sowie
  • der siedlungsstrukturell bedingte Abbruch von Bausubstanzen,
  • Vorarbeiten usw.

Weitere Förderthemen im Zeitraum 2014-2020/23 sind Flurbereinigung, Flächenmanagement, Klima und Umwelt (nur innerhalb einer Flurbereinigung) und Ländlicher Wegebau.

Antragstellung und Förderquote

Projektideen können von den Kommunen der Region, von privaten Personen oder auch von Vereinen kommen. Die jeweiligen Projektträger können bei der Frage, ob ein Projekt förderfähig ist oder nicht, sowie bei der Antragsstellung Unterstützung vom Regionalmanagement einholen. Hierfür muss die Projektidee zunächst in der entsprechenden Kommune oder in der Lenkungsgruppe vorgestellt werden. Anträge werden beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg, Geschäftsstelle Bremerhaven oder Verden, bis zum 15. Februar eines Kalenderjahres eingereicht.

Die Förderquoten für ILE-Projekte sind abhängig von den Fördertatbeständen und der Steuereinnahmekraft. In der Region Moorexpress-Stader Geest liegen die Förderquoten der Kommunen zwischen 33 und 63 %. Für private Antragssteller liegt die Förderquote bei bis zu 33 %. In der anerkannten ILE-Region ist es zudem möglich, einen 10 %igen Förderbonus zu bekommen, wenn das Projekt mit der Entwicklungsstrategie bzw. dem Entwicklungskonzept konform ist.