Vom 09. - 11. Juni begrüßte Niedersachsen die deutschen LEADER-Akteure in Lüneburg zum jährlichen LEADER-Treffen, welches die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume für die gemeinsame Agrarpolitik der EU (DVS) ausrichtet. Ca. 300 Teilnehmende kamen zusammen, um sich auszutauschen, Best-Practice-Beispiele kennenzulernen und die neuesten Informationen aus dem LEADER-Netzwerk zu erhalten.
"Navigieren im Nebel" - Mit dieser Überschrift begann die erste Session des diesjährigen bundesweiten LEADER-Treffens. Und dies beschreibt ganz treffend die Situation, in der wir uns gerade befinden. Wir erleben einen rasanten gesellschaftlichen Wandel mit tiefgreifenden Veränderungen in allen Lebensbereichen. Bisher verlässliche Orientierungspunkte verlieren ihre Geltung. Gleiches gilt auch für das LEADER-Programm im Übergang zur neuen EU-Förderperiode 2028-2034. Bekannte Strukturen werden aufgelöst, aber was kommt dann? Dass auch hier noch mehr Fragen offen sind als es Antworten gibt, machte ein hochkarätig besetztes Panel aus Vertretern aus dem EU-Parlament, dem Bundesministerium BMLEH und dem Niedersächsischen Landesministerium sowie der nationalen Interessenvertretung BAG LAG deutlich.

Es diskutierten v. l. Nadine Rathofer (DVS), Stefan Kämper (DVS), Michael Schmitz (Europabüro des Deutschen Landkreistages), Sabrina Repp (Mitglied des Europäischen Parlaments), Barbara Smith (Regionalmanagement Heckengäu / Sprecherin der LEADER-Regionen Baden-Württembergs), Dr. Hartmut Berndt (Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen in Deutschland - BAG LAG), Melanie Steinbacher (Regionalmanagement KUUSK / Vertreterin für Tirol im LEADER-forum Österreich), Martina Weber (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und Bernd Söntgerath (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat)
Wie also gehen wir mit diesen Unsicherheiten um? Das Treffen zeigte eindrücklich, was die LEADER-Community auszeichnet: Zusammenhalt & Zukunftsmut. LEADER bringt Menschen zusammen – in den einzelnen Regionen und in Europa. LEADER ermöglicht es innovative Ideen auszuprobieren und Pilotprojekte zu initiieren. Und LEADER bedeutet Demokratie und Selbstwirksamkeit. Die Menschen vor Ort erhalten die Kompetenz ihre Lebensrealität vor Ort selbst zu gestalten: ihre Vision für ihre Region zu formulieren, sich in Netzwerken zu engagieren und Projekte unterschiedlichster Art zu realisieren. Vom LEADER-Treffen wurde daher auch eine Botschaft direkt an die Bundesregierung gesendet: "Zukunft braucht LEADER und LEADER braucht Zukunft".

Auf der Exkursion in die LEADER-Region Elbtalaue wurden drei innovative LEADER-Projekte vorgestellt:
- Mitglieder getragener biologischer Dorfladen mit Vollsortiment in Wendisch Evern
- Kanuanbieter im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue
- Drohnenbasierte Unkrautkartierung und KI-gestützte, zielgenaue Unkrautbekämpfung

Fotos Regionalmanagement: Exkursion in die LEADER-Region Elbtalaue
