Am Ortseingang von Harsefeld entsteht gerade ein echter Hingucker. Die Firma navitas Umweltservice GmbH baut eine neue Lager- und Betriebshalle. Doch, wie Firmenname und Adresse in der Rümelswiese bereits erahnen lassen, kam eine Industriehalle aus reinem Blech, Stahl und Beton für Geschäftsführer Christoph Nettkau nicht in Frage. An den der Kreisstraße K26 zugewandten Seiten gleicht die Fassade einem vertikalen Garten.

Mehrere Modelle hatte sich der Firmeninhaber angesehen und letztlich dafür entschieden die Pflanzwand mit seinen Mitarbeitern selbst zu konstruieren. Die fassadengebundene Begrünung besteht aus 22 einzelnen Pflanzkassetten. In den 0,9 x 3,2 Meter großen Holzrahmen windet sich ein ca. 6 Meter perforierter Schlauch zur Tröpfchenbewässerung der Pflanzen. Substrat und Pflanzen werden mit Fließ und einem Stahlgitter fixiert. Gut einen Arbeitstag dauerte die Konstruktion pro Pflanzkasten, resümiert der Projektträger. Bei spätsommerlichem Wetter hatten die Pflanzen jetzt ein paar Tage Zeit zum Anwachsen in der Horizontalen, bevor jedes Pflanzengestell per Kran in die an der Hallenwand vormontierten Schienen eingehangen wurde.

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Fotos FiNDMOREPICTURES: Die Pflanzwände werden per Kran an der Fassade angebracht.

Wer genau hinschaut, merkt, dass die einzelnen Kästen durchaus Unterschiede aufweisen. „Wir wollen sehen, welche Pflanzen sich für die Fassadenbegrünung eignen und wie gut sie mit welchen Pflanzsystemen zurechtkommen. Unser Augenmerk liegt auf blühenden heimischen Pflanzen,“ so Nettkau. „Das Vorhaben ist in seiner Art und Dimension, soweit wir wissen, in der Region einzigartig. Wir sind sehr dankbar, dass die LEADER-Region Moorexpress-Stader Geest und der Flecken Harsefeld ein innovatives Pilotprojekt wie dieses fördern.“

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Foto FiNDMOREPICTURES: Wie der Prototyp (r) soll bald die ganze Fassade erblühen.

Um das LEADER-Gremium zu überzeugen, wurde damals eigens ein Prototyp gebaut. Zudem betont der Projektträger die Vorteile im Sinne des Klimaschutzes, der Klimafolgenanpassung und Förderung der Biodiversität. Um die Effekte der Maßnahme zu überprüfen, werden künftig regelmäßig Messungen u. a. der Luftqualität, Temperatur und ein Insektenscan an der grünen Fassade durchgeführt.